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RATGEBER

Finanzen nach einer Trennung oder Scheidung ordnen

Nach einer Trennung oder Scheidung müssen auch die Finanzen neu organisiert werden. Dieser Ratgeber erklärt in einfachen Schritten, wie Sie ein gemeinsames Konto aufteilen, Daueraufträge und Lastschriften anpassen, ein eigenes Konto einrichten und Ihre Zugänge schützen.

RB
Redaktion BankSorter · 13 Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit
Finanzen nach einer Trennung oder Scheidung ordnen

Eine Trennung oder Scheidung bedeutet nicht nur eine emotionale Veränderung. Auch das Thema Geld muss neu organisiert werden. Viele Paare teilen sich ein Konto, zahlen gemeinsam Rechnungen oder haben gemeinsame Verträge. Dieser Ratgeber zeigt, welche Schritte dabei wichtig sind. Es handelt sich um allgemeine Hinweise zur Organisation der eigenen Finanzen, nicht um eine rechtliche Beratung.

Das Gemeinschaftskonto: aufteilen oder auflösen

Ein Gemeinschaftskonto ist ein Bankkonto, das zwei Personen gemeinsam besitzen. Beide können darauf zugreifen, Geld abheben und Zahlungen vornehmen. Nach einer Trennung ist es sinnvoll, möglichst schnell zu klären, was mit diesem Konto passieren soll.

Es gibt grundsätzlich zwei Wege: Das Konto wird aufgelöst, oder eine Person übernimmt es allein, und die andere wird als Mitinhaber entfernt. Beides ist nur möglich, wenn beide Kontoinhaber zustimmen oder der Vertrag mit der Bank es erlaubt. Sprechen Sie dazu direkt mit Ihrer Bank, entweder in der Filiale, telefonisch oder über die Nachrichtenfunktion der Banking-App.

Solange das gemeinsame Konto noch besteht, kann in vielen Fällen jede Person allein Geld abheben. Wenn das Vertrauen nicht mehr da ist, sollten Sie mit Ihrer Bank besprechen, ob eine vorübergehende Sperre oder eine Umstellung auf "nur gemeinsame Verfügung" möglich ist. So kann niemand mehr allein über das ganze Guthaben verfügen.

Daueraufträge und Lastschriften prüfen

Ein Dauerauftrag ist eine Zahlung, die die Bank automatisch zu einem festen Termin ausführt, zum Beispiel die Miete. Eine Lastschrift funktioniert andersherum: Ein Unternehmen, etwa der Stromanbieter, zieht das Geld selbst vom Konto ab, mit Ihrer vorherigen Erlaubnis.

Gehen Sie am besten eine Liste aller Daueraufträge und Lastschriften auf dem gemeinsamen Konto durch. Fragen Sie sich bei jedem Punkt: Wer übernimmt diese Zahlung jetzt? Typische Beispiele sind Miete, Versicherungen, Streaming-Abos, Mitgliedschaften oder gemeinsame Kredite. Ändern oder löschen Sie, was nicht mehr zu Ihrer neuen Situation passt, und richten Sie neue Daueraufträge auf dem jeweils eigenen Konto ein.

Hatten Sie gemeinsam einen Kredit laufen, zum Beispiel für ein Auto oder eine Anschaffung, klären Sie frühzeitig mit der Bank, wie es mit den Raten weitergeht. Mehr zum Thema Kredite finden Sie unter /kredite.

Ein eigenes Konto einrichten

Falls Sie noch kein eigenes Girokonto haben, also ein Konto nur auf Ihren Namen für den täglichen Zahlungsverkehr, ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür. Ein eigenes Konto gibt Ihnen die volle Kontrolle über Ihr Geld, unabhängig von der anderen Person.

Die Eröffnung ist meist unkompliziert: Sie benötigen einen gültigen Ausweis und füllen bei der Bank oder online einen Antrag aus. Viele Banken bieten die Eröffnung vollständig über die App oder Website an, inklusive Identitätsprüfung per Video. Einen Überblick über Girokonten finden Sie unter /girokonten.

Gehaltseingang und andere Zahlungen umstellen

Wird Ihr Gehalt bisher auf das gemeinsame Konto überwiesen, teilen Sie Ihrem Arbeitgeber die neue Kontonummer mit, sobald Ihr eigenes Konto eingerichtet ist. Dasselbe gilt für andere regelmäßige Einnahmen, etwa Kindergeld, Rente oder Mieteinnahmen. Denken Sie auch an Rückerstattungen, zum Beispiel vom Finanzamt oder von Versicherungen, und geben Sie dort ebenfalls die neue Kontoverbindung an.

Erstellen Sie sich eine kurze Liste aller Stellen, die bisher Geld auf das gemeinsame Konto überwiesen haben. So vergessen Sie keine wichtige Stelle und vermeiden, dass Geld weiterhin auf ein Konto fließt, auf das Sie später keinen Zugriff mehr haben.

Zugänge und Passwörter schützen

Wenn eine andere Person Ihre Zugangsdaten zum Online-Banking kennt, also den Benutzernamen und das Passwort für die Bank-App oder Website, ändern Sie diese so schnell wie möglich. Das gilt auch für die PIN (die persönliche Geheimzahl) Ihrer Bankkarte, falls die andere Person sie kennt.

Prüfen Sie außerdem, ob auf Ihrem Handy noch eine Banking-App der anderen Person installiert ist, oder ob Ihre eigene App auf einem gemeinsam genutzten Gerät eingerichtet ist. Loggen Sie sich auf fremden Geräten aus, und entfernen Sie dort Ihre App. Ändern Sie auch das Passwort Ihres E-Mail-Kontos, falls dort Bankbenachrichtigungen ankommen, denn wer Zugriff auf Ihre E-Mails hat, kann oft auch ein Bankkonto zurücksetzen.

Sie müssen das alles nicht an einem einzigen Tag erledigen. Gehen Sie die Punkte in Ruhe nacheinander durch. Niemand erwartet, dass Sie sofort jedes Detail im Kopf haben, und kleine Zwischenschritte sind völlig in Ordnung.

Checkliste
✓ Mit der Bank klären, was mit dem Gemeinschaftskonto passiert (auflösen oder auf eine Person übertragen)
✓ Alle Daueraufträge und Lastschriften auf dem gemeinsamen Konto durchgehen und neu zuordnen
✓ Bei Bedarf ein eigenes Girokonto eröffnen
✓ Arbeitgeber und andere Zahlungsstellen über die neue Kontonummer informieren
✓ Passwörter, PIN und E-Mail-Zugang ändern, wenn eine andere Person sie kennt
✓ Banking-Apps auf fremden oder gemeinsam genutzten Geräten entfernen
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Tags: Ratgeber
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