Die letzten Wochen des Jahres sind ein guter Moment, um einmal kurz auf die eigenen Finanzen zu schauen. Nicht, weil etwas kompliziert wäre — sondern weil es ein paar kleine Dinge gibt, die wirklich an ein festes Datum gebunden sind: den 31. Dezember. Wer sie verpasst, zahlt manchmal unnötig Steuern oder lässt Geld liegen, das eigentlich schon bezahlt wurde. Keine Sorge: Keiner dieser Punkte ist schwierig. Sie brauchen dafür nur ein ruhiges Viertelstündchen und vielleicht einen Blick in Ihr Online-Banking.
Freistellungsauftrag prüfen – damit vom Sparzins nicht zu viel Steuer abgeht
Wenn Sie Geld auf einem Sparkonto, Tagesgeldkonto oder in Wertpapieren haben, bekommen Sie darauf Zinsen oder andere Kapitalerträge. Das ist einfach ein Sammelbegriff für Geld, das Ihr Vermögen selbst erwirtschaftet, zum Beispiel durch Zinsen. Auf diese Erträge fällt grundsätzlich eine Steuer an, die Abgeltungsteuer. Der Staat erlaubt aber jedem Menschen, pro Jahr einen bestimmten Betrag an Kapitalerträgen steuerfrei zu behalten. Dieser Betrag heißt Sparerpauschbetrag.
Damit Ihre Bank diesen Freibetrag automatisch berücksichtigt und nicht einfach bei jeder Zinsgutschrift Steuer abzieht, müssen Sie ihr einen Freistellungsauftrag erteilen. Das ist ein einfaches Formular, meist direkt online in Ihrem Banking-Bereich ausfüllbar, mit dem Sie der Bank sagen: „Bitte ziehen Sie bis zu diesem Betrag keine Steuer ab, der steht mir laut Gesetz zu.“
Zum Jahresende lohnt sich ein kurzer Check: Haben Sie überhaupt einen Freistellungsauftrag eingereicht? Nutzen Sie den Betrag bei mehreren Banken, könnte er insgesamt zu hoch oder zu niedrig verteilt sein. Haben Sie ein neues Sparkonto eröffnet, zum Beispiel über die Übersicht der Sparmöglichkeiten, sollten Sie dort ebenfalls einen Freistellungsauftrag hinterlegen, sonst wird dort ohne Freibetrag versteuert, selbst wenn Sie insgesamt noch Luft nach oben hätten. Fehler kosten hier höchstens ein bisschen zu viel gezahlte Steuer — die können Sie sich über Ihre Steuererklärung zurückholen. Es geht also nichts verloren, nur Zeit und Mühe.
Verträge und Abonnements durchsehen
Zum Jahresende kündigen viele Verträge automatisch für ein weiteres Jahr, wenn man nicht rechtzeitig widerspricht. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und schauen Sie in Ihren Kontoauszügen nach, welche Daueraufträge oder Abbuchungen monatlich oder jährlich abgehen. Ein Dauerauftrag ist eine Zahlung, die automatisch und regelmäßig von Ihrem Konto abgebucht wird, ohne dass Sie jedes Mal neu etwas bestätigen müssen. Vielleicht entdecken Sie dabei ein Streaming-Abo, das Sie seit Monaten nicht mehr genutzt haben, oder eine Mitgliedschaft, die Sie längst vergessen hatten.
Falls Sie überlegen, Ihr Girokonto — also Ihr alltägliches Konto für Gehalt, Miete und Einkäufe — neu zu ordnen oder zu wechseln, ist der Jahreswechsel dafür ein praktischer Zeitpunkt, weil sich dann ohnehin viele Daueraufträge neu einrichten lassen. Eine Übersicht finden Sie zum Beispiel unter Girokonten. Haben Sie einen laufenden Kredit, ist jetzt außerdem ein guter Moment zu prüfen, ob sich an Ihren Konditionen etwas geändert hat oder ob ein Vergleich unter Krediten sich lohnen würde.
Gutscheine und Geschenkkarten einlösen, bevor sie verfallen
Viele Gutscheine und Geschenkkarten haben ein Ablaufdatum, oft genau zum Jahresende. Schauen Sie in Ihrer Schublade, Ihrem Portemonnaie oder Ihrer E-Mail-Ablage nach, ob noch etwas Unbenutztes herumliegt. Das ist bereits bezahltes Geld — es wäre schade, es einfach verfallen zu lassen. Ein kleiner Hinweis zur Sicherheit: Seien Sie vorsichtig, wenn jemand Sie anruft oder anschreibt und behauptet, Sie müssten einen Gutscheincode am Telefon vorlesen, um ihn „zu aktivieren“ oder „auszuzahlen“. Das ist ein beliebter Trick bei Betrügern. Eine echte Bank oder ein echter Anbieter fragt niemals danach, einen Code am Telefon weiterzugeben.
Daueraufträge und Sparpläne auf den Prüfstand stellen
Viele Menschen sparen über das Jahr automatisch, zum Beispiel durch einen festen Betrag, der monatlich auf ein Sparkonto wandert. Prüfen Sie zum Jahresende, ob dieser Betrag noch passt. Ist im Laufe des Jahres Ihr Gehalt gestiegen? Dann könnten Sie den Sparbetrag vielleicht leicht erhöhen. Hatten Sie unerwartete Ausgaben? Dann ist es völlig in Ordnung, den Betrag vorübergehend zu senken. Es gibt hier keine „richtige“ Zahl — nur die, die realistisch zu Ihrem Alltag passt.
Ein kurzer Rückblick für die Budgetplanung im neuen Jahr
Zum Schluss lohnt sich ein ruhiger Blick zurück: Wofür haben Sie dieses Jahr am meisten ausgegeben? Gab es Monate mit besonders hohen Kosten, zum Beispiel für Geschenke, Reisen oder Reparaturen? Sie müssen dafür keine komplizierte Tabelle führen. Es reicht, die letzten zwölf Kontoauszüge grob durchzusehen und sich die größten Posten zu notieren. Dieser kurze Rückblick hilft Ihnen, für das neue Jahr realistischer zu planen, statt nur zu schätzen.