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Der Notgroschen: So viel Rücklage brauchen Sie wirklich

Wie viel Geld sollten Sie als finanziellen Puffer zurücklegen, und wo ist es sicher aufgehoben? Eine einfache Rechnung und praktische Schritte, auch wenn Sie gerade erst anfangen zu sparen.

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Ingrid Schneider · 10 Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit
Der Notgroschen: So viel Rücklage brauchen Sie wirklich

Was ist ein Notgroschen?

Ein Notgroschen ist Geld, das Sie zur Seite legen für unerwartete Ausgaben. Zum Beispiel: Die Waschmaschine geht kaputt. Das Auto braucht eine teure Reparatur. Oder Sie werden krank und haben vorübergehend weniger Einkommen. Ohne Rücklage müssten Sie für solche Fälle einen Kredit aufnehmen oder die Kreditkarte stark belasten. Mit einem Notgroschen haben Sie das Geld schon bereit, ganz ohne Stress.

Ein Notgroschen ist kein Sparziel wie ein Urlaub oder ein neues Möbelstück. Er ist ein Schutzpolster, das Sie im Idealfall nie anrühren müssen – aber gut zu haben, wenn es nötig ist.

Wie viel Geld sollte im Notgroschen sein?

Eine einfache Faustregel lautet: Legen Sie das Dreifache bis Sechsfache Ihrer monatlichen Ausgaben zurück. Zu den monatlichen Ausgaben zählen Miete, Strom, Lebensmittel, Versicherungen, Handy, Verkehrsmittel – alles, was Sie wirklich jeden Monat bezahlen.

Rechenbeispiel: Angenommen, Ihre monatlichen Ausgaben liegen bei 1.500 Euro. Dann wäre ein guter Notgroschen zwischen 4.500 Euro (3 × 1.500 Euro) und 9.000 Euro (6 × 1.500 Euro).

Das klingt nach viel Geld. Aber wichtig: Das ist ein Ziel für die Zukunft, kein Betrag, den Sie sofort haben müssen. Jeder Euro, den Sie zur Seite legen, bringt Sie diesem Ziel näher.

Wenn Sie in einem sicheren Job angestellt sind, reichen oft 3 Monatsausgaben. Wenn Ihr Einkommen schwankt – zum Beispiel als Selbstständiger – ist die höhere Seite, also 6 Monatsausgaben, sicherer.

Wo sollte der Notgroschen liegen?

Der Notgroschen muss schnell verfügbar sein. Das heißt: Sie müssen jederzeit, auch an einem Sonntag oder in der Nacht, darauf zugreifen können, ohne Wartezeit und ohne Verlust.

Deshalb gehört der Notgroschen nicht in Aktien, Fonds oder andere Geldanlagen, deren Wert schwanken kann. Wenn Sie Ihr Geld gerade dann brauchen, wenn die Kurse gefallen sind, müssten Sie mit Verlust verkaufen. Das wäre das Gegenteil von Sicherheit.

Der Notgroschen gehört auch nicht fest in ein Festgeldkonto (ein Konto, bei dem Sie Ihr Geld für eine bestimmte Zeit – etwa 6 oder 12 Monate – fest binden und vorher nicht abheben können). Das ist zu starr für den Notfall.

Gut geeignet ist ein normales Sparkonto oder ein sogenanntes Tagesgeldkonto. Ein Tagesgeldkonto ist ein Konto, auf dem Ihr Geld etwas Zinsen bringt, auf das Sie aber trotzdem täglich zugreifen können – daher der Name „Tagesgeld". Es ist getrennt von Ihrem Girokonto (dem Konto für den täglichen Zahlungsverkehr), damit Sie nicht versehentlich davon einkaufen gehen.

Wie fängt man an, wenn man noch nichts zurückgelegt hat?

Viele Menschen schieben das Thema Notgroschen vor sich her, weil die Zielsumme groß wirkt. Der Trick ist: klein anfangen.

Schritt für Schritt statt auf einmal

Fangen Sie mit einem kleinen, machbaren Betrag an – zum Beispiel 20 oder 50 Euro im Monat. Das ist wichtiger, als sofort die volle Summe zu erreichen. Ein kleiner, regelmäßiger Betrag summiert sich über die Zeit zu etwas Bedeutendem.

Automatisieren Sie das Sparen

Der einfachste Weg, dauerhaft zu sparen, ist ein Dauerauftrag (eine automatische, regelmäßige Überweisung, die Sie einmal einrichten und die dann jeden Monat von selbst läuft). Richten Sie direkt nach Ihrem Gehaltseingang einen Dauerauftrag von Ihrem Girokonto auf Ihr Sparkonto ein. So sparen Sie, bevor Sie das Geld überhaupt für etwas anderes ausgeben können. Viele Banking-Apps bieten das in den Einstellungen unter einem Menüpunkt wie „Daueraufträge" oder „Sparen" an. Falls Sie unsicher sind, wie das in Ihrer Banking-App funktioniert, kann Ihnen auch die Hotline Ihrer Bank weiterhelfen – die Telefonnummer finden Sie auf der Rückseite Ihrer Bankkarte oder auf der offiziellen Webseite der Bank. Eine Übersicht gängiger Girokonten finden Sie zum Beispiel unter /girokonten.

Kleine Beträge zählen auch

Wenn Sie unerwartet Geld erhalten – eine Steuerrückerstattung, ein Geldgeschenk, ein kleiner Bonus – legen Sie einen Teil davon direkt in den Notgroschen. Sie müssen nicht alles auf einmal sparen. Jeder Schritt zählt.

Was, wenn ich den Notgroschen einmal nutzen muss?

Das ist völlig in Ordnung – dafür ist er da. Wenn Sie Geld aus dem Notgroschen genommen haben, ist das kein Rückschlag. Füllen Sie ihn danach einfach wieder auf, so wie Sie ihn aufgebaut haben: Schritt für Schritt, am besten wieder mit einem automatischen Dauerauftrag.

Checkliste: Ihr Notgroschen in Kürze

Checkliste
✓ Ziel: 3 bis 6 Monatsausgaben als Rücklage
✓ Rechnen Sie: Monatliche Ausgaben × 3 (oder × 6 bei unsicherem Einkommen)
✓ Lagern Sie das Geld auf einem Sparkonto oder Tagesgeldkonto – nicht in Aktien, Fonds oder Festgeld
✓ Fangen Sie klein an: Auch 20 oder 50 Euro im Monat sind ein guter Start
✓ Richten Sie einen Dauerauftrag ein, damit das Sparen automatisch passiert
✓ Legen Sie unerwartetes Geld (Boni, Geschenke, Rückerstattungen) teilweise in den Notgroschen
✓ Nutzen Sie den Notgroschen ohne schlechtes Gewissen, wenn ein echter Notfall eintritt – und füllen Sie ihn danach wieder auf
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Tags: Ratgeber
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Ingrid Schneider
Beraterin für digitales Banking