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Ingrid Schneider · Aktualisiert: 3 September 2026
Vivid Money ist kein klassisches Bankhaus, sondern ein digitaler Finanzdienstleister, der unter der Marke Vivid Business mehrere Kontotarife speziell für Freiberufler:innen und Selbstständige anbietet. Das hier bewertete Konto trägt intern die Bezeichnung "Pro - Selbstständige" und entspricht dem "Pro"-Tarif aus der Angebotsreihe "Tarife für Freiberufler:innen" auf der Vivid-Webseite. Es reiht sich zwischen dem kostenlosen Einstiegstarif Standard und dem umfangreicheren Pro+ ein und richtet sich an Freiberufler:innen und Einzelunternehmer:innen mit etwas höherem Funktionsbedarf, etwa mehr internationalen Überweisungen oder erweiterten Auswertungen.
Bei der Prüfung der Live-Angebotsseite zeigte sich eine deutliche Abweichung zu den in der Datenbank hinterlegten Ausgangswerten: Dort war ein Jahrespreis von 96,80 € hinterlegt, was rechnerisch rund 8,07 € pro Monat entsprechen würde. Auf der aktuellen Vivid-Seite wird der "Pro"-Tarif für Freiberufler:innen jedoch mit 18,90 € pro Monat ausgewiesen, was hochgerechnet etwa 226,80 € im Jahr ergibt. Neukund:innen erhalten für alle kostenpflichtigen Tarife (Prime, Pro, Pro+) zwei kostenlose Probemonate, sodass sich der Betrag im ersten Jahr entsprechend reduziert. Für diese Rezension wird der aktuelle, live bestätigte Preis von 18,90 € monatlich als maßgeblich behandelt, da er neuer ist als der ursprünglich importierte Datenbankwert. Zum Vergleich: Der Einstiegstarif Standard ist dauerhaft kostenlos, der mittlere Tarif Prime kostet 6,90 € im Monat, der umfangreichste Tarif Pro+ liegt bei 41 € im Monat. Wer lediglich ein einfaches Konto ohne umfangreiche Zusatzfunktionen benötigt, sollte vor Vertragsabschluss prüfen, ob nicht bereits der günstigere Prime-Tarif für den eigenen Bedarf ausreicht – der Sprung von Prime auf Pro liegt immerhin bei rund 12 € im Monat.
Positiv fällt auf, dass Online-Buchungen beim Pro-Konto grundsätzlich kostenlos sind – die Datenbank weist für den gesamten Transaktionsbereich (unabhängig vom monatlichen Volumen) eine Gebühr von 0 € pro Buchung aus. Die Live-Seite bestätigt dies für SEPA-Echtzeitüberweisungen und eingehende SWIFT-Zahlungen, die tarifübergreifend kostenfrei sind. Für ausgehende internationale Überweisungen fällt je nach Tarif eine gestaffelte Gebühr an, die auf der Angebotsseite mit einer Spanne zwischen 0 € und 5 € im Monat beschrieben wird, ohne dass die genaue Staffelung für den Pro-Tarif im Detail einsehbar war. Zum Girokonto gehören laut Anbieterangaben sowohl eine virtuelle als auch eine physische Karte, beide kostenlos – konkrete Kartendaten waren im importierten Datensatz nicht hinterlegt, wurden aber auf der Live-Seite bestätigt. Zu einem Dispositionskredit liegen keine belastbaren Angaben vor; ein klassischer Kontokorrentkredit ist bei diesem Kontotyp ohnehin unüblich.
Verwaltet wird das Konto laut den hinterlegten Daten über drei Kanäle: die App, den Online-Zugang am Rechner sowie einen telefonischen Support-Kanal. Eine physische Filiale gibt es dagegen nicht – wer klassischen persönlichen Beratungstermin vor Ort erwartet, ist bei Vivid an der falschen Adresse. Für digital affine Freiberufler:innen, die ihre Buchhaltung ohnehin überwiegend am Smartphone oder Laptop erledigen, dürfte dieser rein digitale Zuschnitt aber kaum ins Gewicht fallen und im Gegenteil für schnellere Prozesse bei Kontoeröffnung, Überweisungen und Kartenverwaltung sorgen.
Wer sich für Vivid entscheidet, sollte einen zentralen Unterschied zu klassischen Banken kennen: Laut den hinterlegten Produktdaten unterliegt der Anbieter keinem eigenen Einlagensicherungssystem. Vivid wird hier ausdrücklich als Vermittler beziehungsweise Dienstleister eingeordnet, nicht als Bank im engeren Sinne – die Kundengelder werden entweder an anderer Stelle verwahrt, oder es besteht schlicht keine klassische Einlagensicherung wie bei einem deutschen Bankkonto. Der geschützte Höchstbetrag ist in den Produktdaten mit 0 € ausgewiesen. Das ist kein Ausschlusskriterium, sollte aber vor der Kontoeröffnung bewusst zur Kenntnis genommen werden, insbesondere von Selbstständigen, die größere Guthaben auf dem Geschäftskonto halten. Wer regelmäßig hohe Rechnungsbeträge zwischenparkt, bevor sie an Steuerberater:in oder Finanzamt weitergeleitet werden, sollte diesen Punkt besonders sorgfältig gegen die Kostenvorteile des digitalen Kontos abwägen.
Das Pro-Konto von Vivid ist laut Zielgruppendefinition ausdrücklich auf Freiberufler:innen und Einzelunternehmer:innen zugeschnitten – klassische Kapitalgesellschaften wie eine GmbH gehören nicht zur adressierten Zielgruppe. Verwaltet wird das Konto ausschließlich online, telefonisch oder über die App; eine Filiale gibt es nicht. Damit passt das Angebot vor allem zu digital arbeitenden Selbstständigen, die auf schnelle App-Bedienung, kostenlose Auslandsüberweisungen im SEPA-Raum und eine unkomplizierte Kontoeröffnung Wert legen, aber auf eine klassische Einlagensicherung verzichten können. Für Freiberufler:innen mit internationalen Auftraggeber:innen kann besonders die Kombination aus kostenlosen SEPA-Echtzeitüberweisungen und kostenlosen eingehenden SWIFT-Zahlungen interessant sein, da hierdurch grenzüberschreitende Zahlungseingänge nicht zusätzlich verteuert werden. Wer hingegen ohnehin selten mehr als eine Handvoll Buchungen im Monat hat, sollte in jedem Fall auch den kostenlosen Standard-Tarif als Alternative in Betracht ziehen.
Zur Kontoeröffnung selbst liegen aus der Live-Prüfung keine detaillierten Schritt-für-Schritt-Informationen vor; die Anmeldung erfolgt bei Vivid grundsätzlich digital über die Website oder die App.
Vivid Pro ist ein funktionsreiches, digitales Geschäftskonto für Freiberufler:innen, das mit kostenlosen SEPA-Echtzeitüberweisungen, kostenfreien Karten und einer reinen App-Bedienung punktet. Der reale Preis liegt aktuell bei 18,90 € im Monat und damit spürbar höher als der ursprünglich in der Datenbank hinterlegte Wert – wer sich für das Konto interessiert, sollte den aktuellen Preis vor Vertragsabschluss noch einmal direkt bei Vivid prüfen. Wichtiger noch ist der Hinweis auf die fehlende klassische Einlagensicherung, der bei der Entscheidung mitberücksichtigt werden sollte. Unterm Strich eignet sich Vivid Pro damit vor allem für Freiberufler:innen, die einen international ausgerichteten, App-basierten Zahlungsverkehr einem klassischen Filialkonto vorziehen und die fehlende Einlagensicherung bewusst in Kauf nehmen.
✓ Vorteile
✕ Nachteile